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Windows 10 im Büro: Das zweite Jahr Gnadenfrist läuft. Was jetzt klug ist

Der Support endete im Oktober 2025. Für Firmen gibt es Sicherheitsupdates nur noch gegen Geld – und der Preis verdoppelt sich jedes Jahr. Ein ruhiger Plan.

Vom Technik-Monster

4 Min. Lesezeit

Technik-Monster sagt: „Kein Grund zur Panik. Aber zum Planen.“

Läuft auf einem Rechner in deinem Büro noch Windows 10? Wahrscheinlich ja. Die gute Nachricht: Er explodiert nicht. Die weniger gute: Er wird jedes Jahr teurer oder unsicherer.

Microsoft hat den regulären Support für Windows 10 am 14. Oktober 2025 beendet. Seitdem gibt es Sicherheitsupdates nur noch über das Programm „Extended Security Updates“, kurz ESU – erweiterte Sicherheitsupdates. Für Firmen kostet das Geld, und im Oktober 2026 hat das zweite, teurere Jahr begonnen.

Kurz gesagt

  • Seit dem 14. Oktober 2025 gibt es für Windows 10 nur noch erweiterte, für Firmen kostenpflichtige Sicherheitsupdates.
  • Der Preis für Organisationen verdoppelt sich jedes Jahr, höchstens drei Jahre lang.
  • Das verlängerte Gratis-Programm bis Oktober 2027 ist für private Geräte gedacht.
  • Für die meisten Rechner ist Windows 11 oder ein neues Gerät die bessere Lösung.

Was Unternehmen jetzt zahlen

Für Organisationen verkauft Microsoft ESU jahresweise. Das erste Jahr kostete 61 US-Dollar pro Gerät. Danach verdoppelt sich der Preis jedes Jahr, für höchstens drei Jahre. Rechnerisch sind das rund 122 US-Dollar im zweiten und rund 244 US-Dollar im dritten Jahr – pro Rechner. Weil die Updates aufeinander aufbauen, zahlt man bei einem späten Einstieg die vergangenen Jahre mit.

Erweiterte Sicherheitsupdates für Windows 10: Preis pro Gerät für Organisationen
  • Jahr 161 US-Dollar
  • Jahr 2ca. 122 US-Dollar
  • Jahr 3ca. 244 US-Dollar

Laut Microsoft verdoppelt sich der Preis jedes Jahr; Jahr 2 und 3 sind daraus gerechnet. Listenpreise ohne Steuern.

Eine Ausnahme gibt es für Windows-10-Rechner, die in Microsofts Cloud laufen, etwa in Windows 365 oder Azure Virtual Desktop. Dort sind die Updates ohne Aufpreis enthalten.

Und das Gratis-Jahr für Privatleute?

Für Privatkunden hat Microsoft das ESU-Programm im Sommer 2026 bis zum 12. Oktober 2027 verlängert. Im Europäischen Wirtschaftsraum ist es kostenlos, wenn man mit einem Microsoft-Konto angemeldet ist. Das ist schön für den Familienrechner, aber kein Plan für die Firma. Das Programm für Privatkunden ist für private Geräte gedacht; für Firmenrechner ist das Programm für Organisationen vorgesehen.

Ruhe bewahren

Ein Rechner ohne Updates wird nicht über Nacht zum Einfallstor. Aber jeder Monat ohne Sicherheitsupdates macht ihn ein Stück angreifbarer. Plane den Umstieg – ohne Hektik, aber mit Datum.

Drei Wege – und welcher wann passt

  • Upgrade auf Windows 11: kostenlos, wenn der Rechner die Anforderungen erfüllt, unter anderem einen TPM-2.0-Sicherheitschip und einen unterstützten Prozessor. Das ist meist der einfachste Weg.
  • Neuer Rechner: Bei älteren Geräten ist ein neuer Rechner oft günstiger als drei Jahre ESU plus Ärger mit lahmer Technik.
  • ESU als Brücke: sinnvoll für einzelne Geräte, die an einer Spezialsoftware oder einer Maschine hängen und sich nicht sofort ersetzen lassen.

Und dann gibt es noch die Lösung, die wir öfter sehen, als uns lieb ist: nichts tun. Davon raten wir ab – vor allem bei Rechnern, auf denen E-Mail, Online-Banking oder Kundendaten laufen.

Der teuerste Rechner ist der, der alt ist, langsam ist und trotzdem noch Updates braucht.

Das Technik-Monster

So gehst du es an

Fang mit einer einfachen Liste an: Welche Rechner gibt es, welches Windows läuft darauf, wie alt sind sie, und was hängt an ihnen? Dann sortierst du in drei Stapel: „kann auf Windows 11“, „wird ersetzt“ und „braucht eine Brücke“. Bei Rechnern mit Spezialsoftware lohnt eine Rückfrage beim Hersteller der Software, ob es eine Version für Windows 11 gibt.

Beim Umstieg selbst gilt: vorher sichern, nachher prüfen. Daten, Lizenzen, Drucker, Zugänge – einmal sauber umziehen, statt drei Wochen lang Kleinigkeiten zu suchen. Vieles lässt sich aus der Ferne erledigen, damit niemand extra anreisen muss; dafür gibt es das Fernwartungs-Monster.

Und wohin mit den alten Rechnern?

Ein ausgemusterter Rechner ist ein kleiner Datenschatz: Mails, Kundendaten, gespeicherte Passwörter im Browser. Bevor er weitergegeben, verkauft oder entsorgt wird, gehört die Festplatte sicher gelöscht – nicht nur „Dateien in den Papierkorb“. Bei modernen SSD-Speichern hilft dafür die Löschfunktion des Herstellers oder die Verschlüsselung, die vor dem Zurücksetzen eingeschaltet war. Im Zweifel wird der Speicher ausgebaut und vernichtet.

Manche Geräte taugen danach noch gut als Zweitrechner ohne Internet, für eine Maschine in der Werkstatt oder als Spende an einen Verein – sauber zurückgesetzt. Und was wirklich nicht mehr geht, gehört zum Wertstoffhof oder zurück zum Händler, nicht in den Restmüll. Schreib dir auf, welches Gerät wohin gegangen ist und wann es gelöscht wurde. Das klingt bürokratisch, beruhigt aber spätestens bei der nächsten Datenschutzfrage.

Was du jetzt tun kannst

  • Liste alle Rechner mit Windows-Version, Alter und wichtigster Software auf.
  • Prüf in den Windows-Einstellungen unter „Windows Update“, ob ein Gerät für Windows 11 geeignet ist.
  • Entscheide je Gerät: Upgrade, Ersatz oder ESU als Brücke – jeweils mit Datum.
  • Sichere Daten und notiere Lizenzen, bevor du umstellst.
  • Nimm Rechner ohne Updates aus heiklen Aufgaben wie Online-Banking heraus.

Keine Lust auf Inventur und Umzugschaos? Das Technik-Monster macht mit dir einen Plan für jedes Gerät – und setzt ihn um, wenn du willst.

Quellen

  1. Microsoft Learn: Extended Security Updates (ESU) program for Windows 10
  2. t3n: Windows-10-Support für Privatkunden bis Oktober 2027 verlängert (06.07.2026)
  3. Licensing School: Windows 10 ESUs for consumers (08.07.2026)

Quellen zuletzt geprüft am 05.11.2026. Die Links führen zu externen Seiten.

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